Frühjahrsübung im Schaubergwerk Grillenberg
17. März 2012

(HKM-Beitrag)


Am Samstag, den 17. März 2012 fand unter Beteiligung von 22 Höhlenrettern der Einsatzstellen Wien, NÖ-West und Neunkirchen und weiteren 7 Personen die diesjährige Höhlenrettungs-Frühjahrsübung im Schaubergwerk Grillenberg statt. Bei der Höhlenrettung wird auch bei Schaubergwerken und Stollen der Begriff Höhle verwendet.

Leider musste auf unser Einsatzfahrzeug der Einsatzstelle Neunkirchen, das bei der Anfahrt zur Übung wegen Kupplungsschadens auf der Autobahn hängengeblieben ist, verzichtet werden. Einige vorbeifahrende Kameraden packten das Einsatzstellenmaterial in ihre Privat-PKWs, damit ein reibungsloser Ablauf der Übung gewährleistet war.

Nachdem alle Höhlenretter eingetroffen waren begrüßte Übungsleiter Georg Gsenger die Betriebsleiterin des Schaubergwerks Christina Hoffmann, die extra aus Tamsweg angereist war, Familie Fasching welche das Schaubergwerk betreut und Andreas Käferböck der aus OÖ angereist war und die Familie Fasching unterstützt.

Übungsannahme: Im Zuge einer Führung wurde durch einen Felssturz ein Besucher verletzt. Der Verletzte befindet sich im Stollen und kann nicht mehr selbständig die Höhle verlassen, da der Rückweg durch einen Felssturz verlegt war.

Die Einsatzleitung übernahm Werner Zadrobilek. Ein Bergeleiter wurde bestimmt und in einer Besprechung alles für den Einsatz vorbereitet. Da kein Plan über das Schaubergwerk vorhanden war, es auch kein Wissen unsererseits über die zu bewältigende Strecke gab, musste man sich auf die Informationen der ortskundigen Betriebsleiterin verlassen. Diese wies uns auch den Weg zum Mundloch (oberhalb des Stolleneingangs), durch den man den angenommenen Felssturz umgehen konnte. An diesem Zustieg wurde auch gleich eine Höhlenretterin positioniert, die das Höhleneingangsprotokoll (hierin werden Name und Uhrzeit jener Personen notiert, die in die Höhle ein- und aussteigen) führte. Kontakt wurde mittels Digitalfunk vom Höhleneingang zur Einsatzleitung gehalten. In der Höhle funktionierte die Funkstrecke nicht (Ursache dürfte die zu hohe Eisenkonzentration im Gestein gewesen sein), dadurch mussten laufend Meldungen nach außen transportiert werden.

Zuerst machte sich der Vortrupp auf den Weg, diesem folgten 3 Bergetrupps. Zwischenzeitlich konnte die erste Nachricht von der Einsatzleitung empfangen werden, dass der Verletzte aufgefunden wurde. Die Person war ansprechbar, hatte aber ein Hüftverletzung. Der Verletzte wurde erstversorgt und für den Transport in der Trage vorbereitet. Über drei Bergeabschnitte, mit unterschiedlicher Höhendifferenz, wurde der Verletzte aus der Höhle (Schaubergwerk) gebracht.

In der anschließend stattfindenden Nachbesprechung,konnte festgestellt werden, dass bei der Übung sehr rasch, mit effizientem technischen Aufwand gearbeitet wurde. Ein besonderes Augenmerk wird man bei den nächsten Übungen auf die Kommunikation innerhalb der Gruppe legen. Der vermeintlich Verletzte hatte sich sehr sicher gefühlt. Allgemein gesehen war es wieder eine gelungene Übung und wir hoffen, dass auch in Zukunft wieder alle mit viel Engagement teilnehmen werden.

Bericht: Christine Hofmann

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