Herbstübung 2013 am 24. November 2013

Am Sonntag, den 24.11.2013 fand die diesjährige Herbstübung der Niederösterr- eichischen Höhlenrettung statt. Fast 20 TeilnehmerInnen der Einsatzstellen Wien, Neunkirchen und NÖ West haben sich an diesem kühlen, verregneten Sonntag- morgen zu einer gemeinsamen Einsatz- und Bergeübung mit Schwerpunkt Verletztenversorgung eingefunden. Ausgangspunkt und Einsatzzentrale war der ehemalige Gasthof Teichmühle (heute Pizzeria Di Napoli) in der Prossetschlucht bei Winzendorf (Fischauer Vorberge).

Übungsannahme: Eine Frau hat gemeldet, dass zwei Personen vermisst werden. Sie sind am Tag zuvor mit dem Zug bis Winzendorf gefahren, um von dort zu einer Tour zum nahe gelegenen Fraisloch (Katasternummer 1864/6) aufzubrechen.

Unter Einsatzleitung von Andreas Bigler und Kurt Dennstedt machte sich der Vortrupp unter ortskundiger Führung auf den Weg zum Fraisloch. Das Laub im Eingangsbereich der Höhle ließ vermuten, dass die Vermissten hier nicht gewesen sind. Um sicher zu gehen, ist der Trupp trotzdem eingestiegen.



Bald darauf kam die Meldung per Funk, dass die Vermissten nicht gefunden wurden und sie möglicherweise zur nahegelegenen Emmerberghöhle Katasternummer 1864/3) gegangen sind. Dorthin wurde dann auch der zweite Trupp geschickt. Kurz darauf wurde auch bereits der erste Vermisste direkt im Eingangsbereich der Emmerberghöhle gefunden. Es handelte sich um einen tschechischen Mann, der wiederholt nach seiner Begleiterin "Lydia" fragte. Schon bald wurde sie in einem etwas tiefer liegenden Gang gefunden. Kommunikation mit beiden war kaum möglich, da sie weder Deutsch noch Englisch sprachen und unter den RetterInnen wiederum keiner mehr als ein paar unzusammenhängende Worte Tschechisch sprechen konnte. Schnell wurde festgestellt, dass die beiden schwer verletzt waren. Sie hatten, so die Übungsannahme, etliche Knochenbrüche und möglicherweise Kopfverletzungen. Dementsprechend kamen die letzten beiden zur Verfügung stehenden Trupps mit Wärme- und Technikmaterial zu Hilfe. Die beiden Verletzten wurden mit Wärmematerial versorgt und in Rettungstragen umgelagert. Da der Eingang, neben dem der Verunglückte lag, mit einem Gittertor versperrt war und kein Schlüssel aufzutreiben war, wurdensie mit Flaschenzügen in Richtung des oberen, unversperrten Ausgangs abtransportiert. Währenddessen war der Trupp im Fraislochmit einer zweiten Übungsannahme beschäftigt und konnte daher nicht bei der Aktion in der Emmerberghöhle behilflich sein. Einer der Retter hat sich bei der Suchaktion am Knöchel verletzt und musste von seinen beiden Kameraden mittels Flaschenzug beim Ausstieg unterstützt werden.

Bei der abschließenden Besprechung wurde festgestellt, dass trotz einiger Anlauf- schwierigkeiten, zwei parallel angesetzten Aufgabenstellungen und Kommunikations- problemen mit den beiden tschechisch-sprachigen Verletzten die Suche, Versorgung und Rettung effizient und rasch bewerkstelligt wurde. Bemerkenswert war auch die positive Stimmung während der gesamten Übung trotz der extrem widrigen Wettersituation. Es hat sich gezeigt, wie wichtig regelmäßiges Üben ist, um in der Theorie Erlerntes in der Praxis optimal umsetzen zu können.

TeilnehmerInnen: Biermayr Peter, Bigler Andreas, Dennstedt Kurt, Exel Thomas, Gsenger Georg, Hofmann Christine, Hofmann Erich, Jager Martin, Koller Iris, Krampert Ernst, Langenecker Gerhard, Lechner Christoph, Meyer Dagmar, Riegler Michael, Siebert Walter, Weber Rudolf, Weber Ingrid, Wielander Barbara, Zadrobilek Werner.

Bericht: Iris Koller, Fotos: Erich Hofmann

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