Workshop "Erschöpfung - Unterkühlung - Wärmezufuhr" Niederösterreichische Höhlenrettung - Einsatzstelle West
am 13. April 2014

Ausbilder:   Ernst Krampert, Andy Bigler
Teilnehmer:   Iris Koller, Dagmar Meyer, Michael Riegler

Text? Seit etwa zehn Jahren sind LED-Lampen im Vormarsch. Karbidlicht und die damit vorhandenen Wärmequellen - offene Flamme, Wärme im Entwickler, Wärme des verbrauchten Karbids - werden in einigen Jahren ganz verschwunden sein. Welche alternativen Wärmequellen stehen im Notfall zur Verfügung und wie werden sie effizient eingesetzt? Im Rahmen eines Workshops am 13.04.2014, am Peilstein, wurden diese Fragen und mögliche Lösungen gemeinsam diskutiert und getestet.

Text? Im ersten Teil des Workshops wurde Techniken erprobt, welche sich ohne Zusatzausrüstung anwenden lassen. Eine Testperson wurde mit Alu-Decken und isolierende Unterlagen aus Seilen gegen Auskühlung geschützt.
Im Anschluss gab Walter Walla (Sales Consultant "MedicalSCA") eine Einführung in die angebotene Produktpalette zum Thema passiver Wärmeerhalt und aktive Wärmezufuhr. In Hinblick auf Packmaße, Gewicht, Anwenderfreundlichkeit und universeller Anwendbarkeit haben sich vor allem folgende Produkte als besonders interessant für den Einsatz in Höhlen herausgestellt:

  • Text? Die “Blizzard ReflexcellTM Decke” bzw. der “Blizzard ReflexcellTM Sack” gehören bereits seit einiger Zeit zum Repertoire der Höhlenrettung NÖ. Durch ihren speziellen wabenartigen Aufbau, bietet sie besonders gute Wärmeisolierung. Sie zeichnet sich durch ihre kompakte Vakuumverpackung und ihre Klebestreifen zur individuellen Anpassung aus. Außerdem sind auch “Blizzard ReflexcellTM Westen” erhältlich, die sich auch in der persönlichen Notfallausrüstung als nützlich erweisen könnten.
  • Text? Die “MediWrap® Decke” kombiniert eine herkömmliche Alu-Decke mit einer zusätzlichen Vlies-Schicht und sorgt dadurch für eine gute Wärmeisolierung. Bei einer Größe von 120x200 cm und einem Gewicht von 200 g könnte sie als Ergänzung im Rettungsbereich eingesetzt werden.
  • Text? Die “ReadyHeatTM” Produkte bestehen aus einem Vlies mit eingearbeiteten Wärmeelementen, die sich bei Luftkontakt selbst erwärmen und somit zur aktiven Wärmezufuhr verwendet werden können. Die Wärmeelemente erwärmen sich auf ca. 40-50°C und können die Wärme bis zu 8 Stunden halten. Besonders interessant ist hier die angebotene Weste, in die zwei Wärmeelemente im Brustbereich und vier im Bereich der Lendenwirbelsäule eingearbeitet sind. Sie zeichnet sich durch ihre kompakte Größe, geringes Gewicht und ihren geringen Preis aus.

Darüber hinaus wurden auch Produkte zum Thema Blutstillung vorgestellt. Obwohl sie nicht direkt zum Thema des Workshops passen, werden sie hier zusammengefasst, da auch diese sich als nützlich in der Höhle erweisen könnten:

  • Der vorgestellte Notfalldruckverband vereinigt eine Wundauflage und einen Druckapplikator. Durch das praktisches Verschlusssystem (Kunststoffbügel) ist eine simple Ein-Hand-Anwendung und sogar eine Selbstanwendung möglich. Die Bandage kann sehr universelles für Verletzungen an z.B. Gliedmaßen, Hals oder Kopf angewandt werden.
  • Die “QuikClot® Z-Folded GauzeTM” ist ein spezielles blutstillendes Verbandsmaterial. Die kaolin-behandelten Verbände sorgen für eine rasche Blutgerinnung und somit eine besonders effiziente Blutstillung.
  • Das “Combat Application TorniquetTM” System ist ein besonders kompaktes System zur temporären Blutsperre an Extremitäten. Die Bandage wird angelegt und durch Drehen des Knebels wird die Blutung gestoppt. Dieses simpel anzuwendende System ist bereits in den Erste-Hilfe-Säcken der Höhlenrettung NÖ enthalten.

Abschließend wurde auch in diesem Workshop wieder einmal festgestellt, dass eine effiziente Wärmeversorgung das Um und Auf bei Notfällen in der Höhle ist. Nicht nur im Rahmen der Höhlenrettung muss ein Augenmerk auf dieses spezielle Thema gelegt werden, auch jeder einzelne Höhlenforscher muss sich dieser Thematik bewusst sein. Eine entsprechende Notfallausrüstung sollte immer mitgeführt und der richtige Umgang mit dieser beherrscht werden!

Bericht: Iris Koller, Fotos: Dagmar Meyer und Andy Bigler

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