Ein Höhlensee in Neubruck - Bericht über die Schauübung 2015 der niederösterreichischen Höhlenrettung
26. September 2015


Schauübung 2015 - Bild 2 Da vor allem das letzte Jahr gezeigt hatte, welchen Stellenwert Öffentlichkeitsarbeit auch für so eine - im wahrsten Sinne des Wortes - im "Untergrund" arbeitende Blaulichtorganisation, wie die Höhlenrettung hat, wurde die diesjährige Herbstübung im Rahmen der niederösterreichischen Landesausstellung in Neubruck/Scheibbs veranstaltet. Übungsannahme war, dass eine verletzte Höhlenforscherin aus einer Höhle zu bergen sei, deren Einstiegsschacht direkt in einem Höhlensee mündet.

Schauübung 2015 - Bild 2 Schauübung 2015 - Bild 1 Natürlich kann solch eine Veranstaltung nur publikumswirksam dargeboten werden, wenn die Gäste, darunter auch ein Kamerateam des ORF NÖ, auch etwas davon sehen. Somit musste ein alter Fabriksschlot als Schacht herhalten und ein künstlich angelegter Teich daneben als Höhlensee. Bei dieser Übung kamen allerdings nicht die üblichen Höhlenrettungstechniken zum Einsatz, sondern es wurde auf diverse Techniken aus der Industriekletterei zurückgegriffen. Eine gelungene Abwechslung und Erweiterung des Wissens über verschiedenste technische Einsatzmöglichkeiten. Da der Aufbau somit etwas komplizierter war und ein Fabriksschlot nun doch "Neuland" für den gemeinen Höhlenretter ist, wurde am Vortag der Übung der Aufbau durchgeführt. Hierbei wurde fast ein Kilometer Seil verbaut.

Schauübung 2015 - Bild 3 Am Samstag, den 26.September, konnten somit 14 motivierte Höhlenretter ihr Können zum Besten geben. Das Prinzip der Bergung war an der Funktionsweise eines Turmkranes angelehnt, wobei ein Höhlenretter mittels Seilwinden vom "Trockenen" hochgezogen, horizontal in die "Höhle" gezogen wurde und dort zum "Höhlensee" abgelassen wurde. Auf dem Höhlensee wartete bereits ein Schlauchboot mit den Höhlenrettern des Vortrupps und der verletzten und bereits erstversorgten Person. Die verletzte Höhlenforscherin wurde durch den Höhlenretter am Seil aus der Höhle geborgen. Eine Trage war hierzu nicht notwendig, da es sich nur um eine Schulterverletzung handelte.

Insgesamt fanden drei kommentierte Schauübungen statt, welche jeweils eine dreiviertel Stunde dauerten. Ein Infostand mit Schautafeln ließ schlussendlich keine Fragen offen und informierte mit Bild-, Planmaterial und Ausrüstungsgegenständen über das Einsatzgebiet der Höhlenrettung.

Bericht und Fotos: Thomas Exel, 1. Foto: dabrandl.com

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