Ausbildung
Rettungseinsätze unter Tage sind so speziell, dass es absolut notwendig ist, dass sie von einer Organisation durchgeführt werden, die dieses Umfeld kennt und sehr gut ausgebildete Retter und Rettungshelfer zur Verfügung hat. Die Kenntnis des Umfeldes „Höhle“ und auch der gewohnte Umgang mit den Besonderheiten unter Tage macht eine erfolgreiche Hilfeleistung erst möglich.
Die Österreichische Höhlenrettung kann stolz darauf verweisen, dass die meisten ihrer Retter ihre Wurzeln in der Höhlenforschung haben und ihnen schon daher das Umfeld Höhle besonders vertraut ist. Viele Retter sind sogar im Spitzenfeld der Höhlenforschung zu finden.
Bereits vorhandenes Wissen, das zum Teil bereits aus forscherischen Vorkenntnissen oder anderen Ausbildungen (z.B. VÖH Kurse) mitgebracht wird, wird mit speziellen Rettungsausbildungen vertieft und ausgebaut.
Jeder, der sein 18. Lebensjahr vollendet hat und die Bereitschaft mitbringt, anderen zu helfen und die spezielle Ausbildung zu durchlaufen, kann prinzipiell in den Dienst der Österreichischen Höhlenrettung treten.
Ausbildungsinhalte:
Die Ausbildungsinhalte sind thematisch zu Modulen zusammengefasst.
Die Module sind:
- Modul 1: Grundlagen der Österreichische Höhlenrettung
- Modul 2: Kommunikation
- Modul 3: Orientierung
- Modul 4: Erste Hilfe
- Modul 5: Technik 1
- Modul 6: Technik 2
- Modul 7: Behelfsmäßige Kameradenrettung
- Modul 8: Technik 3
Klassifikation:
Über ein Klassifikationsverfahren, welches vom jeweiligen Landesverband bestimmt wird, erfolgen die Einstufungen der Höhlenretter in Kategorien.
Eine Einstufung in eine bestimmte Kategorie erfordert das Beherrschen entsprechender Ausbildungsinhalte.
Die Kategorien sind:
- Kategorie 1: Höhlenretter basic
- Kategorie 2: Höhlenretter außen
- Kategorie 3: Höhlenretter horizontal
- Kategorie 4: Höhlenretter vertikal
Fachliche und technische Ausbildung
Die Ausbildung selbst ist in Modulen aufgebaut und startet mit der Grundausbildung, die innerhalb von etwa zwei Jahren abgeschlossen wird.
Neben Gelände- und Kartenkunde wird Sprechfunk, Erste Hilfe, Einsatzverhalten sowie Material- und Gerätekunde gelehrt. Alarm-, Berge- und Einsatzübungen runden die Ausbildung ab.
Nach dem ersten Kennenlernen, der Mitarbeit in der Einsatzstelle und der Teilnahme bei Übungen wird vom jeweiligen Einsatzstellenleiter nach einem Probejahr entschieden, ob der Höhlenretter-Anwärter ins Team passt oder nicht. Von Vorteil ist natürlich Engagement und Weiterbildungsbereitschaft für die Höhlenrettung.
Mehrtägige Kurse in regelmäßigen Abständen halten die Retter stets auf dem neuesten Ausbildungsstand.
Geübt werden spezifische Höhlenrettungs- und Bergetechniken genauso wie der Umgang mit dem Seil, der Aufbau von Sicherungen und Verankerungen oder der Umgang mit Funk und das Arbeiten mit Karten, Kompass und GPS.
Weiters gehören Schulungen mit Hubschraubern des Bundesministeriums für Inneres (BMfI) und des Österreichischen Bundesheeres (Unterweisung und Seilflüge) zum Ausbildungsprogramm.
Jährlich werden jeweils in anderen Gebieten und Höhlen Großübung abgehalten. Fortbildungsmöglichkeiten nach der Grundausbildung bestehen unter anderem zum Berge oder Einsatzleiter, aber auch zum Höhlenrettungstaucher oder Sprengbefugten.
Diese gelten auch in der Höhlenrettung als „Exoten“ und benötigen dementsprechend weitere Qualifikationen.
Abgesehen von diesen Spezialisierungen soll ein Höhlenretter grundsätzlich möglichst alle Aufgabenbereiche abdecken können, um im Einsatzfall so flexibel wie irgend möglich agieren zu können..
